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Anbaugebiete
Die Weinbaugebiete Deutschlands liegen im Südwesten, wo sie sich über 400 km vom Bodensee im Süden bis zu Ahr im Norden erstrecken, sowie im Osten des Landes. Im allgemeinen liegen sie in den klimagünstigen Tälern des Rheins und seiner Nebenflüsse ( Neckar, Main, Nahe, Mosel, Ahr etc. ) sowie der Elbe, Saale und Unstrut. Die beiden ostdeutschen Anbaugebiete gehören zu den nordöstlichsten Rebflächen Europas, denn sie reichen über den 51. Breitengrad hinaus, während durch den Rheingau der 50. Breitengrad verläuft. So wie auch in anderen Weinerzeugerländern, bestimmen Boden, Klima ( und Mikroklima ), Rebsorten und Hanglagen der Weinberge die Güte der erzeugten Weine. Die Böden in den Weinbaugebieten sind sehr unterschiedlich und bestehen entweder aus Schiefer oder Kalkstein, Lehm, Löß, Sand bis zu Böden vulkanischen Ursprungs. Die besten Weine stammen meistens von Hanglagen, die nach Süden ausgerichtet sind. Gerade wegen der großen Unterschiede bei Böden und Mikroklima wird der Herkunft der Weine immer mehr Beachtung geschenkt. Die Weinbeurteilung basiert in Deutschland grundsätzlich auf dem Reifegrad ( Zuckergehalt ) der Trauben. Das Mostgewicht ist also für die Güte ausschlaggebend. Deutsche Weißweine werden überall auf der Welt geschätzt, weil sie leicht, anregend und fruchtig sind. Deutschland hat 13 Anbaugebiete mit 40 Bereichen, 156 Großlagen und rund 2700 Einzellagen. Die Bereiche umfassen mehrere Gemeinden, deren Weine gemeinsame Wachstumsmerkmale aufweisen. Jeder Bereich besteht wieder aus Großlagen und Einzellagen. Großlagenfassen mehrere Einzellagen zusammen, bei denen gleiche oder zumindest ähnliche Erzeugerverhältnisse vorherrschen. Die Großlagen führen meist geographische Namen der jeweilgen Gegend und dürften aus Gründen einer besseren Vermarktung der Weine geschaffen worden sind. Einzellagen sind die engsten geographischen Herkunftsbezeichnungen für Anbauflächen mit einheitlichem Charakter.
Zu den 13 Anbaugebieten
Ahr Baden Franken Hessische Bergstraße Mittelrhein Nahe Pfalz Rheingau Reihnehessen Saale-Unstrut Sachsen und Württemberg
gehört auch
Mosel-Saar-Ruwer
Dieses Anbaugebiet ist mit einer bestockten Rebfläche von 12860 Hektar und einem durchschnittlichen Jahresertrag von 1,5 Millionen Hektoliter Wein nach Rheinhessen, der Pfalz und Baden das viertgrößte Deutschlands. Es erzeugt fast nur Weißwein. In einem tiefeingeschnittenen landschaftlich ungemein reizvollen Tal bahnt sich die Mosel mit vielen Krümmungen und Schleifen ihren Weg zwischen Hunsrück und Eifel. Im größten deutschen Riesling Anbaugebiet reihen sich fast 130 Weinorte von Koblenz bis zur Grenze nach Luxemburg auf etwa 250 km Länge. An den steilen Hängen findet die Rebe guten Schutz, optimale Erwärmung und ausreichend Niederschläge. Hauptsorte ist mit einem Anteil von 55% der Rebfläche der Riesling, der je nach Reifegrad der Traube eine grasige bis duftig-fruchtige säure zeigt und im Geschmack leicht, elegant und spritzig wirkt. Von den übrigen Weinsorten dieses Anbaugebietes entfallen auf Müller-Thurgau22% auf Elbling 9% und der Rest hauptsächlich auf Neuzüchtungen wie Kerner( 7% ), Bacchus ( 1% ), Optima, Reichensteiner, Ortega etc. Viele Reblagenamen enden auf "-lay", "-lei" oder ähnlich ( lei = Schiefer, Fels ). An der Mosel ist das ein sicherer Hinweis auf Schieferboden; die Weine gelten dann als besonders spritzig und pikant. Die Hälfte aller erzeugten Weine wird vom Weinhandel aufgekauft, etwa 25% dürften im Direktverkauf abgesetzt werden, und ca. 25% werden von den Winzergenossenschaften vermarktet. Um die Marktstellung zu verbessern, schloß sich 1970 ein Großteil dieser Gebietswinzergenossenschaften zur Moselland e. G., Zentralkellerei Mosel-Saar-Ruwer, zusammen. Die Rieslinge aus dem Mosel-Saar-Ruwer-Gebiet sin recht gut lagerfähig.
Dem Flußlauf folgend, wird das Weinbaugebiet in fünf Bereich mit 19 Großlagen und über 500 Einzellagen eingeteilt
ZELL ( UNTERMOSEL )
Der Bereich erstreckt sich von Koblenz bis Zell. Zur Moselmündung zu ist der Rebboden mehr mit kieselsäurereichen Ablagerungen bedeckt. Hier wachsen Weine, die sich besonders durch ein ausgeprägt blumiges Bukett auszeichnen. Der Bereich ist in fünf Großlagen unterteilt: Weinhex(Koblenz bis Burgen), Goldbäumchen (linkes Moselufer von Mopselkern bis Briedern), Rosenhang (rechtes Moselufer von Treis bis Senheim), Grafschaft (Nehren bis Bullay) und die bekannteste Großlage der Untermosel, die Schwarze Katz (Zell). Sie ist die kleinste Großlage.
BERNKASTEL ( MITTELMOSEL )
Dieser Bereich erstreckt sich von Zell bis knapp vor Trier. Er hat neun Großlagen: Von heißen Stein (Briedel bis Reil), Schwarzlay (Burg bis Ürzig und um Wittlich), Nacktarsch (Kröver Lage inmitten der Großlage Schwarzlay), Münzlay (Zeltingen bis Graach), Badstube (Bernkastel), Kurfürstlay(Kues bis Wintrich), Michelsberg (Minheim bis Trittenheim), St. Michael (Leiwen bis Longen) und Probstberg (Fell bis Schweich).
SAAR-RUWER
Der Bereich Saar-Ruwer umschließt das Gebiet um Trier sowie die Seitentäler Saar und Ruwer. Es gibt zwei Großlagen dort, Römerlay (Trier und das Tal der Ruwer) und Scharzberg (Tal der Saar und ihre Seitentäler). Saarweine werden infolge ihres höheren Säuregehaltes auch gerne zur Sektherstellung verwendet.
OBERMOSEL
Der Berich Obermosel umfaßt das Moseltal ab der Saarmündung bis an die Grenze zum Saarland. Es besitzt die beiden Großlagen Königsberg (Igel und das Tal der Sauer) und Gipfel (Wasserliesch bis Palzem) .
MOSTELTOR
ist der kleinste Bereich des Weinbaugebietes. Er liegt im Saarland am rechten Moselufer mit den Weinlagen von Perl, die zur Großlage Schloß Bübinger gehören.
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